Die Küchenschlacht – jetzt wird gekleckert

Malte bei der Küchenschlacht ChampionsWeek Popdish foodblog, Gerichte, die knallen

Die Küchenschlacht – ChampionsWeek – 6. bis 10.09.2021

Die Reise geht weiter… Küchenschlacht, die Zweite.

Nachdem ich mich durch die erste Woche bei der Küchenschlacht erfolgreich hindurch gekocht habe, ging es eine Runde weiter – in die sogenannte ChampionsWeek, die in der Zeit vom 06. bis 10.09.2021 ausgestrahlt wurde. Das Ergebnis ist noch immer in der ZDF Mediathek zu begutachten.

 

In der ChampionsWeek der Küchenschlacht treten sechs Wochengewinnerinnen und -gewinner an, um sich zu batteln und die Beste oder den Besten unter sich zu ermitteln. Das heißt: Die Luft wird dünner und die Ellenbogen ein wenig ausgebreitet…

Damit aber keine Fouls passieren, gibt es einen, der aufpasst. In unserem Fall war das der supersympathische Mario Kotaska, Spitzenkoch, ebenfalls aus Köln. Er war der Moderator der Woche und stand als personifizierte Hilfestellung zur Seite, wenn es mal kritisch wurde. Bei der ChampionsWeek gelten eigentlich die gleichen Regeln, wie in der ersten Runde der Küchenschlacht. Sechs Kandidatinnen und Kandidaten treten eine Woche lang täglich gegeneinander an und kochen um die Wette. Am Ende jedes Tages werden alle Gerichte von einer bekannten und gestandenen Gastrogröße probiert und beurteilt. Leider muss auch Tag für Tag die Hobbyköchin/der Hobbykoch mit dem schwächsten Gericht die Sendung verlassen – so dass dann am Freitag nur noch zwei Kandidat*innen übrig sind, die dann erneut den Wochensieg unter sich ausmachen.

Unterschied zu einer normalen Küchenschlacht-Woche sind die Themen, zu denen gekocht wird. In einer regulären Woche sind die Themen im Vorfeld vorgegeben und man kann sich schon ziemlich früh (zumindest auf die ersten drei Themen) vorbereiten. In der Küchenschlacht ChampionsWeek sieht das anders aus. Es gibt jeden Tag ein neues Motto, das von der Redaktion vorgegeben wird. Dabei wird penibel darauf geachtet, dass es keine Wiederholungen gibt – weder thematisch zu anderen Sendungen noch bei den verwendeten Zutaten der Kandidatinnen und Kandidaten untereinander. Das ist ein wenig zermürbend. Aber was soll’s? Nur die Harten kommen in den Garten… oder in die nächste Runde.

Hier kommt nun mein Bericht, wie sich meine zweite Runde bei der Küchenschlacht gestaltete: Was wurde gekocht? Wer hat wie beurteilt? Wie weit ging die Reise? Aber seht selbst.

 

Tag 1 – Thema: Japan

Lasset die Spiele beginnen! Und bei dem vorgegebenen ersten Thema noch einmal so gerne. Als Ode an die vorangegangenen Olympischen/Paralympischen Spiele sollte den Zuschauerinnen und Zuschauern das Gastgeberland Japan auf kulinarische Weise nähergebracht werden. Und da muss ich einfach sagen: Nichts lieber als das! Meine Liebe zu Japan habe ich bereits in der ersten Küchenschlacht Woche unter Beweis gestellt. Damals gab’s Okonomiyaki.

Da ein Knaller bereits abgefeuert war, musste eine neue Idee her. Gegrübelt und ne Nacht drüber geschlafen und schon war sie da die Idee: Es sollte Chawanmushi geben. What?!? Chawanmushi?!? Was ist das? Chawanmushi ist das zärtlichste Gericht, das man sich nur vorstellen kann. Am ehesten ist Chawanmushi mit einem ganz zarten Eierstich zu vergleichen. Dashi (japanische Grundbrühe) wird mit rohem Ei versetzt und dann im Wasserbad gedämpft. Dadurch stockt die Masse und kann später sogar belegt werden. Das Rezept habe ich 2015 bei einem Kochkurs in Kyoto kennengelernt und mich direkt verliebt. Die Eiermasse ist das schmeichelnste und zarteste Gericht, das ich jemals probiert habe… und damit der perfekte Auftakt für meine Küchenschlacht ChampionsWeek.

Also, ran an den Herd und aufgekocht. Das erneute Anfreunden mit dem örtlichen Küchenblock war schnell erledigt. Und auch die Zubereitung der Chawanmushi lief ziemlich glatt. Nach 35 Minuten stand eine hübsche (und schmackhafte) Eierspeise auf dem Jurorentisch.

Johann Lafer (Mister Küchenschlacht himself) trat in dieser Sendung als Juror an und durfte sich durch alle Gerichte probieren. Unter uns gesagt: Ich hätte den Job auch gerne übernommen, aber ich durfte nicht. Deshalb zurück zur Realität. Johann war ziemlich angetan von meiner Chawanmushi und honorierte es mit einem Tagessieg… oh wow. Was für ein Start. Das gibt Rückenwind und macht eine breite Brust! Vielen Dank Herr Lafer für dieses Urteil.  Aber eine wirkliche Verschnaufpause bekommt man bei der Küchenschlacht nicht wirklich. Denn ratzfatz geht’s in den zweiten Tag…

Aber vorab gibt’s noch schnell den Link zu meinem Rezept. Hier entlang…

 

Tag 2 – Thema: Füllungen

Beim zweiten Thema ging‘s nicht um ein Saufspiel… war aber trotzdem geil. Ich habe nämlich einen wirklichen Knaller aus meinem Repertoire herausgekramt.

Für einen SupperClub im Jahr 2017 habe ich einst Weißwurst-Maultaschen auf den Tisch gebracht. Inspiriert war das Ganze von Schlesischer Weißwurst, die es in meiner Kindheit jedes Jahr zu Weihnachten gab. Das Besondere an der schlesischen Weißwurst ist die Würzung mit leicht weihnachtlich angehauchten Gewürzen. Außerdem wird die Sauce, die zur schlesischen Wurst gereicht wird, mit Printen oder Honigkuchen gebunden. Extrem lecker! Und diese Kombination sollte man auf dem Maultaschen-Teller schmecken.

Das es funktioniert, wusste ich vom SupperClub. Damals gab’s ziemlich gute Resonanz für die Maultäschle… und warum nicht ein Gericht, das so gut ankommt, auch bei der Küchenschlacht ChampionsWeek auf den Tisch bringen?

Gesagt, getan… 35 Minuten… ein wenig mit dem Blitzhacker gekämpft *argh* und schon stand das Gericht auf dem Tisch…

Meta Hiltebrand durfte alles kosten. Die Entscheidung fiel ihr schwer und sie konnte sich nicht so recht entscheiden. So gab es gleich zwei Tagessiege: Dagmar mit Blutwust-Gyoza und meine kleinen Weißwurstmaultaschen…

Vielen lieben Dank für dieses Urteil… und vor allem für das lustige Gespräch danach. Es war ein Knaller.

Wer’s nachkochen möchte, kommt über den Link direkt zum Rezept.

Tag 3 – Thema: Filoteig, Birne, Minze

Wenn man nichts Nettes sagen kann, sollte man einfach mal die Klappe halten. So geht’s mir bei diesem Thema. Denn es lag mir so ganz und gar nicht. Die Kombination der vorgegebenen Lebensmittel war für mich einfach nur zum Haareraufen. Gefühlte 95 Male habe ich versucht, die drei Pflichtzutaten in unterschiedlichsten Darreichungsformen auf den Tisch zu bringen. Aber alle Probe-Esserinnen und -Esser kamen zu dem gleichen Urteil: Die Birne kommt nicht durch – am Thema vorbei gekocht!

Arghhh… was für ein Kack!

Aber irgendwann war es dann auch gut – ich musste mich entscheiden und habe schlussendlich eine Tarte Tatin von der Birne mit Flönzcreme auf den Jurorentisch gebracht. Dazu gab’s ein geflämmtes Jakobsmuscheltatar und einen Frisee-Salat mit Minzdressing.

That’s it… aber Freunde wurden wir bis zum Ende nicht.

Umso überraschender war dann das Jurorenurteil für mich. Dieses Mal musste Thomas Martin ran! Zum einen wusste er, was Flönzcreme ist, zum anderen hat ihm mein Teller wohl deutlich mehr als mir zugesagt. Tara… es wurde ein weiterer Tagessieg und mir ist ein zentnerschwerer Stein vom Herzen gefallen – schließlich habe ich die Aufgabenstellung gehasst… Puh… vielen, vielen, VIELEN Dank!

Und wer sich selbst an meinem Hass-Rezept versauchen möchte, nur zu. Hier entlang!

 

Tag 4 – Thema: SchniPoSa (Schnitzel, Pommes, Salat)

Wie habe ich mich gefreut, dieses Thema umzusetzen. In die Richtung Fastfood hatte ich nämlich schon im Vorfeld der Küchenschlacht ChampionsWeek geliebäugelt.

Das Doofe bei dieser Aufgabe war nur, dass die Küchenschlacht schon beim Einreichen des Rezepts ihrem Namen gerecht wurde. Es wurde nämlich um die Zutaten gekämpft und eine Schlacht ums Fleisch fürs Schnitzel entbrannte. Mein Erstwunsch war Kalb – war aber schon vergeben. Wie schaut’s aus mit Hähnchen? Auch schon weg. Argh… „na, dann mache ich es halt wieder mal japanisch!“, habe ich mir gedacht. Tonkatsu ist die traditionelle Schnitzelvariante aus Japan: Schwein, paniert mit Panko. Dazu Süßkartoffelpommes, fruchtige Tomatensauce, Mayo und einen Asia-Gurkensalat. Alles als loaded fries dargeboten, also übereinandergestapelt. Das ist geiler Scheiß und somit perfekt für die Küchenschlacht!

Richard Rauch, österreichischer Haubenkoch, durfte die verbleibenden drei Teller kosten. Ich kann mich tatsächlich nur noch daran erinnern, dass er am Ende seiner Beurteilung meines Tellers „Chapeau“ sagte… so schlecht konnte es also nicht gewesen sein… und das Gefühl hat nicht getäuscht: Ein erneuter Tagessieg sprang dabei raus. Vielen, vielen Dank für das Urteil nach Österreich. Es war mir eine Freude!

Lust auf geiles Schnitzel mit Pommes und Salat? Haut rein… hier findet ihr das Rezept.

 

Tag 5 – Finalgericht nach Mario Kotaska

Der Tag der Tage! Alles was bis dahin war, zählte nicht mehr. Für die Tagessiege konnte ich mir nichts kaufen. Jetzt kam das abschließende Duell: Mann gegen Frau… oder anders gesagt: Dagmar gegen mich. Und nur eine/einer kommt durch…

Das Finalgericht – von Mario vorgegeben – war super. Bison, rückwärts gegart und rosa gebraten, dazu Pfifferlinge und Bohnen als Ragout sowie Pinienplätzchen. Wirklich lecker… aber wie immer: Die 35 Minuten sind dafür ne echt knappe Nummer und der Zeitdruck sitzt einem im Nacken.

Aber was soll’s? Frisch aufgekocht und durchgezogen… wenn nur nicht das Fleisch gewesen wäre. Das wollte nämlich einfach nicht auf Temperatur kommen. Naja… also den Backofen immer weiter hochgedonnert, Ruhe bewahrt und abgewartet. Durch die Wartezeit hatte ich dann genug Spielraum, um mich um meine Extragimmigs beim Rezept zu kümmern, die dem Gericht meine persönliche Note verleihen sollten: Eine tomatige Sauce zum Ragout sowie ein schnelles Pesto aus Pinienkernen, getrockneten Tomaten, Orangenschale und Basilikum, das final über das Fleisch gestreut werden sollte. Apropos Fleisch: Das ist dann glücklicher Weise auf dem letzten Drücker doch noch was geworden. Hurra! Und schon konnte angerichtet werden.

Christoph Rüffer aus dem Haerlin wurde zu Tisch gebeten und probierte sich durch beide Gerichte… und verpasste mir das schönste Kompliment, das ich je bei der Küchenschlacht erhalten habe: Mein Teller sein feminin und harmonisch. Was will ich mehr? Naja, den finalen Sieg vielleicht noch. Und siehe da, den gab’s noch oben drauf. Meine Fresse… ganz, ganz großes Kino! In diesem Moment löste sich die Anspannung einer ganzen Woche und ich schwebte im siebten Hobbykoch-Himmel. Jahresfinale ich komme und freue mich schon sooo sehr! Also bleibt gespannt… ich halte euch gerne auf dem Laufenden. Bis dahin: alles Liebe und frohes Kochen!

Aber ich bin noch nicht ganz weg. Denn falls noch jemand Bock auf lecker Bison hat, dann bitte einfach nur dem Link folgen. Es lohnt sich.

So, das war es nun aber wirklich! Tschüss…

 

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